© Eduard Erhart
OHeilende Zärtlichkeit

Heilende Zärtlichkeit 

Wie Berührung wirklich tief heilen kann

Das Zentrum unserer Zärtlichkeit

Unverfälschte Lebensenergie

Woher Liebe kommt

Die Vorgehensweise

Empfängliche Punkte

Eine Sakro-Cranial-Therapie

Heilendes Strömen

Zu weichen Gefühlen kommen

Alles erfüllt sich auch in uns selbst

Zärtliche Erregung

Körperlich und seelisch gesund sind wir dann, wenn unsere Lebensenergie frei in uns fließen kann.

Das haben Menschen schon vor Tausenden von Jahren gewusst und eine Vielzahl von Heilmethoden auf

dieser Grundlage entwickelt. Viele von ihnen wirken von außen auf unseren Körper ein. Es ist unsere

Körperoberfläche, unsere Haut, über die wir offenbar besonders gut den Fluss unserer Lebensenergie

beeinflussen können.

Letztlich geht es dabei um Berührung, um Berührung in unterschiedlichen Formen, die tief in unseren

Körper wirkt, die das zentrale Element der Heilung ist.

Tatsächlich ist Berührung das Grundlegendste für uns Menschen. "Berührt-Sein" - im körperlichen wie

auch im geistigen Sinn - ist die grundlegende Art, wie wir mit der Welt um uns herum und damit mit uns

selbst in Verbindung kommen. Nur wenn wir uns "berühren" lassen, können wir auf einer tiefen Ebene

mit dem Leben in Kontakt kommen. "Berührungspunkte" sind für uns die Energiespender des Lebens -

das was uns zum Leben erweckt. 

Das Zentrum unserer Zärtlichkeit

Entscheidend ist jedoch, wie wir berührt werden, wie wir uns berühren 

lassen. Je zärtlicher wir berührt werden, je zärtlicher wir uns berühren

lassen, desto tiefer kann die Berührung in uns gehen und desto stärker

kann sie den innersten Lebensfluss in uns in Gang bringen.

Zärtlich sind Berührungen dann, wenn sie nicht angespannt und

mechanisch, sondern weich und lebendig sind, wenn sie voll zarter

Wellen und Schwingungen sind, wenn in ihnen ein entspannt

belebendes und schmelzend erregendes Pulsieren ist.

Und tief gehen Berührungen dann, wenn wir von ihnen in dem

zärtlichsten Punkt, den wir in uns haben, berührt werden. Körperlich

befindet sich dieser zärtlichste Punkt in unserer Mitte, im Innersten

unseres Beckens. Jede liebevolle körperliche Berührung kann uns in

diesem Punkt berühren. Denn alle Energiebahnen (Meridiane) unseres

Körpers führen in das Zentrum unserer Zärtlichkeit tief in unserem

Becken. Egal an welcher Stelle unseres Körpers wir berührt werden, die

Energie dieser Berührung fließt immer in unser Becken - wenn die Berührung zärtlich ist - wir sie tief in

uns hineinlassen - uns im Inneren unseres Beckens weit für sie öffnen - und unsere Wahrnehmung für

diesen Energiefluß schulen.

Jede zärtliche Berührung unseres Körpers kann zärtliche Gefühle tief in unserem Becken auslösen. Nur

fühlen wir das so oft nicht, weil wir gelernt haben, unsere Aufmerksamkeit nicht zu sehr auf unser

Becken zu richten, die zarten Gefühle in unserem Becken nicht zu sehr zu beachten und uns im Inneren

unseres Beckens nicht zu sehr zu öffnen, sondern eher zu verschließen. Dadurch fühlen wir in unserem

Becken oftmals nichts - und aus unbeachteten zärtlichen Gefühlen werden nach und nach angespannte 

Gefühle, die uns überall in unserem Körper in Spannung versetzen können.

Denn alles Weiche, Zarte in uns, das wir nicht fühlen möchten und aus unserem Bewusstsein

verdrängen, äußert sich auf Dauer immer mehr als etwas Angespanntes, Hartes, Verkrampftes, lieblos

Drängendes, Zwingendes.

Unverfälschte Lebensenergie

Doch in unserem wahren innersten Kern bestehen wir einzig und allein aus unendlicher Zartheit,

Weichheit, aus endloser liebevoller Zärtlichkeit. Unverfälscht zeigt sich unsere Lebensenergie als ein nie

versiegender Strom zärtlichster sinnlicher Gefühle, die aus der Tiefe unseres Beckens kommen, durch

unseren ganzen Körper nach oben steigen, unser Herz und unseren Geist erfüllen und zu allem hin nach

außen strömen.

Und umgekehrt wirkt auch alles von außen nach innen auf unsere Lebensenergie. Je zärtlicher die Welt

uns entgegenkommt und je zärtlicher wir auch das, was ganz unzärtlich uns entgegenkommt, in uns

aufnehmen, je zärtlicher wir uns von allem "berühren" lassen, desto mehr regt es die wahre Natur

unserer Lebensenergie, die Zärtlichkeit in uns an. Je mehr wir andere geistig und körperlich nah an uns

heran lassen und sie, wie immer sie auch sind, in einer weichen, schmelzenden Weise tief in uns hinein

lassen, je mehr wir in unserem ganzen Körper bis in unser Becken hinein dafür durchlässig werden,

desto mehr und freier kann zärtliche Energie von außen nach innen und von innen nach außen fließen.

Das Geistige ist nicht getrennt vom Körperlichen. Denn auch unser Geist, unsere Gedanken sind eine

Ausdrucksform unserer Gefühle und damit unserer Lebensenergie, der angespannten wie der weichen.

Unsere Gefühle wohnen in unserem Körper, entstehen in unserem Körper, brauchen unseren Körper,

um leben und sich ausdrücken zu können. Deshalb drückt sich auch alles Geistige durch unseren Körper

aus, ist das Körperliche und das Geistige eins.

So kann unsere zärtliche Energie, wenn wir sie unaufhaltsam aus unserem Becken in uns aufsteigen

lassen, auf alles Geistige wirken und es zu etwas Zärtlichem machen und können diese zärtlichen

Gedanken wiederum unsere zärtlichen Gefühle verstärken.

Das ist der Grund, warum wir durch "bloße" körperliche Berührung, wenn sie liebevoll ist, und besonders

wenn sie in zärtlicher Weise pulsierend ist, unseren Körper und unsere Seele und damit unseren Geist

heilen können, warum wir mit so "einfachen" Mitteln so tiefgreifend unsere Lebensenergie beleben und

unsere Gefühle und Gedanken verändern können.

Woher Liebe kommt

Zärtliche, liebende Gefühle haben ihren Ursprung nicht in unserem Herzen, wie so oft angenommen

wird. Das wahre Zentrum unserer Liebe befindet sich in unserem Becken und Bauch. Aus einem

machtvollen Ort steigt sie von hier unmittelbar in unser Herz empor, wo wir sie oft erst wahrnehmen,

weil wir mit allem „weiter unten“ nicht so tief verbunden sind.

Frauen haben es hier oftmals leichter, denn sie haben mit ihrer Vagina genau an dieser Stelle einen

überaus empfänglichen Zugang und mit ihrer Gebärmutter ein sehr empfindsames Organ. Sie empfängt

nicht nur neues Leben, sie empfängt aufs Intensivste auch jede liebende Berührung - sei sie unmittelbar

am Gebärmutterhals oder von überall her dorthin übertragen - und schickt Wellen zärtlicher Erregung in

den ganzen Körper hinein. Frauen leben oft mehr aus ihrem Becken heraus, aus einem weichen, offenen,

vollen Becken, voll sanfter, lebensspendender, kraftvoll sich verströmender liebevoller Energie.

Männern mangelt es an dieser anatomischen Manifestation, doch sie tragen sie energetisch genauso in

sich. Es ist kein besonderer körperlicher Punkt, aber es ist ein ganz besonderer seelischer Punkt, der sich

auch bei ihnen dort im Becken befindet. Noch mehr als Frauen müssen sie sich aktiv darauf einlassen,

diese Lebensquelle in sich wahrzunehmen. Doch wie bei Frauen hat sie unzählige Verbindungen zu allen

anderen Stellen unseres Körpers und lässt sich so von überall her erreichen. Je mehr wir diesen

machtvollen Bereich in uns kennen und spüren, desto stärker und anhaltender kann unsere zärtliche

Lebenskraft von hier nach außen gehen.

Die Vorgehensweise

In den vor langen Zeiten überlieferten Heilbehandlungen werden die Meridiane an bestimmten

Reizpunkten gepiekst, gedrückt, massiert oder erhitzt. Eine noch viel tiefere Wirkung können wir

erreichen, wenn wir diese Punkte mit zart pulsierenden Wellen stimulieren und in einer empfänglichen

Haltung diese feinen Impulse tief in uns eindringen lassen.

Dazu entspannen wir uns, gehen mit unserer Wahrnehmung 

mehr und mehr nach innen, öffnen in unserer Vorstellung

unseren Körper, öffnen uns in unseren Genitalien und dadurch

in unserem Becken, legen unsere Hände sanft auf unseren

Körper auf und erspüren, wo sich jetzt gerade besonders

empfindsame Punkte finden. Dann beginnen wir, mit

verschiedenen pulsierenden, wellenartigen, wiegenden,

tanzenden, vibrierenden und dabei in die Tiefe des Körpers

gerichteten kleinen Bewegungen unserer Hände diese Stellen

liebevoll zu stimulieren. Mehr und mehr stimmen wir uns in die

feinen Schwingungen unserer zärtlichen Lebensenergie ein.

Wir lassen die Wellen immer tiefer in unseren Körper hinein,

lassen sie bis in unser Becken hinein und achten auch auf die kleinsten Gefühle, die sie dort im Becken

und in unserem ganzen Körper auslösen.

Es kann da wo wir berühren oder an einer anderen Stelle unseres Körpers ein Hauch von Wärme sein,

ein leichtes Kribbeln, ein sanftes Ziehen, ein zartes Schmelzen, Strömen, Fließen oder einfach nur ein

komisches Gefühl sein. Es kann ein immer stärkeres Kribbeln, ein immer intensiveres Strömen werden.

Es kann bis in unser Becken fließen und immer klarer zu einer zärtlichen Erregung werden. Je mehr wir

unseren Beckenboden entspannen und uns in unserem Becken und unserem ganzen Körper öffnen und

die Berührungen tief in uns eindringen lassen, desto deutlicher wird es eine ganzkörperliche, nicht

genitale, erektionslose, zärtlich sexuelle Erregung sein, die als unsere wahre Lebensenergie stets in uns in

Bewegung ist. Sie kann auch sehr erregend werden, denn Erregung ist die Folge einer starken

Zärtlichkeit. Sie ist das Mittel, der "Botenstoff", mit dem Zärtlichkeit so stark in uns angeregt werden

kann, mit dem sie sich so stark auf uns übertragen kann.

Empfängliche Punkte

Sehr empfängliche Punkte finden wir oft in unserem Bauchraum und an zahlreichen Stellen unserer

Beckenknochen. Einen besonders kraftvollen Zugang haben wir in unserem Genital-Anal-Bereich.

Doch auch überall sonst an unserem Körper gibt es sehr empfindsame Stellen. Vor allem entlang der

Meridianverläufe in unserer Körpermitte, im Bereich unserer Wirbelsäule, unseres Nackens, unserer

Schädelmitte und der Mittellinie unserer Körpervorderseite und an unseren Füßen und Beinen können

wir mit in den Körper hinein pulsierenden und dabei wie zärtlich streichelnden Mikrobewegungen diese

starke, tief wirkende sinnliche Energie in unserem Becken auslösen.

Insbesondere dort, wo in unserem Körper angestaute Spannungen sind, können unsere zärtlichen

Gefühle zu wenig fließen. Doch gleichzeitig können wir sie genau hier wiederum am stärksten

stimulieren und sie dadurch in unserem ganzen Körper wieder ins Strömen bringen. Von Moment zu

Moment kann sich dabei unsere Empfänglichkeit wandeln, können unsere empfindsamsten Punkte in

uns wandern. Mit Intuition und Erfahrung können wir ihnen folgen.

Unser Körper ist niemals starr. Er ist stets belebt von feinen Schwingungen, die wir mit ebenso feinen

wiegenden Berührungen aufnehmen und mehr und mehr verstärken können. Wie bei einem mit

Flüssigkeit gefüllten Ballon setzen sich die Wellen unserer Berührungen nach innen fort, berühren die

Quelle unserer Lebensenergie im Innersten unseres Beckens und strömen in denselben Schwingungen

von hier wieder in unseren ganzen Körper zurück. Alles in uns kommt dabei in eine zarte Erregung, in ein

zärtliches sinnliches Strömen - und bringt von innen her langsam unseren Körper in weiche, fließende,

wellenartige Bewegungen.

Lebendig pulsierende Berührungen sprechen die tiefste Ebene in uns an, wirken auf das elementarste

Erleben in uns ein, auf die ursprünglichsten Erfahrungen von liebevollem rhythmischem Bewegt-,

Gedrückt-, Gestreichelt- und Gehaltenwerden, ohne die wir nicht ins Leben kommen können.

Sie dringen in den Ort unserer stärksten Lebenskraft ein, in dem zugleich unsere verletzlichsten und

existenziellsten Erfahrungen verborgen sind, in dem unser Inneres Baby wohnt, in dem all das unser

Leben lang vorhanden bleibt, was wir am Grundlegendsten für unser Leben brauchen. Mit diesen

Berührungen haben wir die Möglichkeit, uns damit zu verbinden und uns jetzt das zu geben, was wir

damals nicht genügend bekommen haben, und auch das, was danach alles nicht genügend war.

Eine Sakro-Cranial-Therapie

Heilende Zärtlichkeit ist etwas anders als die 

Cranio-Sakral-Therapie eine „Sakro-Cranial-

Therapie“, die die stets in uns schwingende

und uns aus unserem Becken heraus

durchströmende zärtliche Lebensenergie mit

lebendigen Händen und feinsten, manchmal

fast unmerklichen und manchmal auch

kraftvollen aber stets sanften, aktiven

rhythmischen Bewegungen aufnimmt und belebt und durch unseren Körper und unsere Wirbelsäule nach

oben in unser Herz und unseren Kopf leitet und durch unsere Beine nach unten in unsere Füße leitet

und uns so ganz von ihr erfüllt werden lässt. So kann sich diese Energie schließlich durch unser Gesicht

und unsere Genitalien und Beine und durch unseren ganzen Körper nach außen ausdrücken und mit der

Welt um uns in Verbindung gehen. Und noch mehr zärtliche Lebensenergie kann dadurch von außen

wieder in unseren Körper und unser Becken strömen und erneut in uns aufsteigen und uns erfüllen und

wieder nach außen gehen.

Das ist der Energiefluss des Lebens - ein unaufhörliches Verbinden von Innen und Außen, ein

immerwährendes Geben und Nehmen. Es ist die Kundalinienergie, wie sie bereits vor Jahrtausenden in

östlichen Religionen beschrieben wurde, eine unermessliche Kraft, die in unserem Becken schlummert,

eine enorme, machtvolle zärtliche sexuelle Energie, die die meisten Menschen mehr oder weniger stark

ständig zurückhalten, ständig aus ihrem Bewusstsein halten - statt sie ständig in sich aufsteigen, durch

sich hindurchfließen und zu anderen Menschen und zu allem hinströmen zu lassen, um sie dann von

außen wieder in sich aufzunehmen.

Denn wir haben Angst vor unserer eigenen Zärtlichkeit. Diese zärtliche Kraft, diese zärtlichen Gefühle, die

wir in uns haben, sind so groß, so grenzenlos, können so heftig, so überwältigend sein, dass sie richtig

weh tun können - und bei so vielen Menschen mit frühkindlichen traumatischen Erfahrungen sogar

extrem weh tun können. Deshalb verschließen wir uns lieber den tieferen Gefühlen in unserem Becken

mit Gefühllosigkeit oder überdecken sie mit anderen Gefühlen oder mit oberflächlichen sexuellen

Lustgefühlen, die uns nicht so gefährlich nah an unseren Schmerz, an unser stärkstes Sehnen bringen,

die uns aber wenigstens einen kleinen Geschmack davon vermitteln, wie sich die tieferen Dimensionen

unserer Zärtlichkeit anfühlen würden.

Heilendes Strömen

Die Heilenergie ist bereits in uns - in Form unserer wahren sexuellen Energie, die in ihrer Wahrheit eine

zärtliche Energie ist - und mit weit mehr als mit Stimulationen und Anschwellungen unserer Genitalien zu

tun hat. Diese Energie müssen wir ins Fließen - in ein heilendes Strömen - bringen. Besonders stark kann

dies durch andere Menschen geschehen. Wir können es aber auch sehr gut für uns selbst tun. Auch

Selbstberührung wirkt überaus stark. Mit Hilfe unserer Vorstellungskraft können wir sie wie eine

Berührung von anderen erleben. Wir sind die einzige Person, die wir jederzeit zur Verfügung haben.

Und wir können uns in jedem Moment die direkteste Rückmeldung geben, was wir gerade am meisten

brauchen.

Die ausgiebige Selbstberührung und Selbstheilung ist eine gute Vorbereitung dafür, dass wir auch die

Berührungen von anderen wirklich aufnehmen und tief in uns hineinlassen können. Je mehr wir uns

selbst kennen und geben können, desto mehr können auch andere uns geben.

Zu weichen Gefühlen kommen

Alles, was uns umgibt - auch das, was wir ablehnen und was uns Schaden zufügen könnte - kann in uns zu

etwas Zärtlichem werden. Mit der zärtlichen Kraft aus unserem Becken können wir erreichen, dass uns

nichts hart, sondern alles weich macht. Dass wir nicht aus Härte, sondern aus Weichheit heraus, nicht

aus Wut, sondern aus der Freude an unseren Wünschen heraus zu einer unbändigen Lebensenergie

kommen, mit der wir all das erreichen können, was möglich ist.

In jeder Anspannung, die wir erleben, können wir zu weichen Gefühlen kommen, wenn wir darin das

erspüren und dann intensiv fühlen, was wir uns wirklich wünschen. So können wir aus jedem gierigen

Begehren, aus jeder suchtartigen, klammernden, angespannten Leidenschaft, aus jedem scheinbaren

Trieb mithilfe unserer zärtlichen freudig-sehnenden Gefühle eine starke und trotzdem vollkommen

weiche, suchtfreie Leidenschaft - eine wahre "Freudenschaft" machen.

Wir müssen nichts loslassen, nichts aufgeben, uns von nichts fernhalten, nichts widerstehen, nichts

bekämpfen, nichts weniger wollen, wenn wir spüren, dass wir angespannt und gierig werden oder etwas

krampfhaft wollen, das gerade möglich oder nicht möglich ist. Wir müssen vielmehr genau im Gegenteil

noch näher darauf zugehen, noch mehr spüren, was wir wollen - und dann von diesem Wollen

ausgehend intensiv fühlen, was wir uns so sehr wünschen, was wir uns wirklich wünschen, wonach wir uns

wirklich so sehr sehnen, und bei diesen Gefühlen bleiben und vor allem unsere Freude darin ausgiebig

fühlen und uns dadurch tief mit uns selbst verbinden. Dann können wir aus sehr starken aber weichen 

Gefühlen heraus das zu verwirklichen versuchen, was wir so gerne möchten - und es dabei zugleich in

uns selbst erfüllen.

Alles erfüllt sich auch in uns selbst

Zärtliches Berührt-Sein, körperliches und geistiges, regt nicht nur unsere Lebensenergie in ihrer

ursprünglichen Qualität in uns an, sondern berührt uns auch deshalb in unserem innersten Kern, weil

sich dadurch der tiefste Wunsch erfüllt, den wir in uns haben: uns mit allen und allem verbunden zu fühlen.

Und auch dafür müssen wir noch nicht mal tatsächlich diese Nähe und Berührung erfahren. Es „genügt“,

wenn wir sie uns vorstellen und sie dabei intensiv fühlen, wenn wir sie uns sehnlich wünschen. Es „genügt“

allerdings nur dann, wenn wir uns zugleich für ihre reale Erfüllung, wo und wann immer sie möglich ist,

einsetzen und sie verwirklichen. Nur dann können sich die Dinge auch in uns selbst erfüllen. Dann

können wir aus uns selbst heraus glücklich sein und zugleich gerne und freudig das annehmen, womit

andere unser Leben bereichern möchte.

Das ist das Wunder der wahren Selbstverbundenheit: Alles erfüllt sich auch in uns selbst! Je mehr wir mit

uns selbst verbunden sind, das heißt je tiefer wir unsere wirklich wahren Wünsche fühlen, je mehr wir von

dem, was wir wirklich möchten, innerlich erfüllt sind, desto erfüllter lebt es in uns, desto erfüllter werden

wir - und desto unabhängiger und zugleich verbundener werden wir mit dem, was wir im Außen

vorfinden.

Das ist der Weg, wie sich unsere hauptsächlich trennende duale Wahrnehmung auf eine

menschengerechte Weise in eine verbindende Wahrnehmung verwandeln kann. Das ist die Weise, wie

wir das „Gute“ nicht nur im „Guten“, sondern auch im wahren Kern des „Bösen“ finden können, wie sich

bloße Gegensätzlichkeiten auflösen können.

Selbstverbundenheit kann sehr schmerzhaft sein. Doch gerade der zärtliche Schmerz ist der heilende

Schmerz schlechthin, ist ein Schmerz, der uns nicht nach unten zieht, sondern uns aufbauen kann, uns

am tiefsten heilen kann, weil er uns am tiefsten mit uns selbst verbinden und so alles in uns erfüllen kann

und uns dadurch von äußeren Umständen unabhängiger machen kann.

Zärtliche Erregung

Es sind zärtliche Gefühle, die uns heilen! Es ist eine unerschöpfliche zärtliche Heilenergie aus unserem

Becken und unserem Körper, eine schmelzende zärtliche Erregung unabhängig von Erektionen, die uns

als Geschenk für unsere Heilung gegeben ist. Wir müssen bis in alle Winkel unseres Körpers hinein von

dieser zärtlichen Erregung, von unserer zärtlichen Lebensenergie erfüllt sein, um heil zu sein, um

seelisch und körperlich gesund zu sein.

Liebevolle zärtlich bewegte, pulsierende, sanft vibrierende

Berührungen überall an unserem Körper verhelfen uns dazu.

Tatsächlich lassen sich viele Spannungen in unserem Körper häufig

nur durch konkrete energetische körperliche Berührungen lösen.

Sie wirken tief in uns hinein und saugen unsere Lebensenergie in

unseren ganzen Körper und in seine unterversorgten, blockierten,

schmerzenden Bereiche hinein. So erwecken sie alles in uns zu

neuem Leben, lassen uns aufblühen und uns wieder voller Kraft und

Zärtlichkeit und Freude allem zuwenden, was wir um uns herum

vorfinden.

Deshalb berühren wir uns intuitiv, um uns bei körperlichem oder

seelischem Schmerz zu helfen. Deshalb sind zärtliche körperliche

Berührungen für uns Menschen von so grundlegender Bedeutung,

von so existenzieller Wichtigkeit. Deshalb machen zärtliche körperliche Berührungen uns so weich,

liebevoll, glücklich und friedlich.

Und doch sind liebevolle zärtliche Berührungen gleichzeitig das, was in fast allen Kulturen und Religionen

auf unserer Erde viel zu sehr ausgeschlossen wird. Weil Berührungen ihrem innersten Wesen nach,

jedoch in einem sehr tiefgehenden Sinn, immer sexuell sind, aber gleichzeitig alles Sexuelle so häufig als

etwas Angespanntes, eher Oberflächliches, Suchthaftes, auf Lust Reduziertes und von Zärtlichkeit

Losgelöstes erlebt wird, werden sie so oft moralisch abgewertet und womöglich explizit verboten.

Dabei ist es gerade die Trennung von Sexualität und Zärtlichkeit, die Trennung von sexuellen Gefühlen

und zärtlichen Gefühlen, die Trennung dieser Gefühle von unseren sonstigen Gefühlen, die Trennung

unserer sexuellen Energie von unserer sonstigen Lebensenergie und der Mangel an körperlich

tatsächlich erlebter starker, erregender und damit heilender Zärtlichkeit, was die tiefste Ursache für so viel

Leid, Konflikte und Gewalt in unserer Welt ist.

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