Seminare

© Eduard Erhart 2020

Paarseminar

Heilende Sexualität

Wenn sexurelle Energie nach innen geht

Slow Sex alleine reicht nicht. Für eine heilende und tief erfüllende Sexualität braucht es nicht

nur ein Langsamerwerden und meditatives Hinspüren, wenn wir intimen Körperkontakt

haben. Wir brauchen einen Richtungswechsel unseres Energieflusses durch eine neue Art, uns zu

berühren.

Wir brauchen zutiefst sinnlich, zärtlich schmelzend in den Körper eindringende Berührungen

mit entspannten, sanften und dennoch klaren, ausgerichteten Bewegungen. Wir brauchen

ein zartes Streichen und Drücken, das vor allem genügend langsam ist (und zur gegebenen

Zeit auch genügend schnell) und in der Zartheit sehr präsent und „gemeint“ ist. Wir

brauchen in unseren Intimbereichen sowohl als Frau wie auch als Mann kleinräumige

Stimulationen mit dieser Qualität und einem feinen Pulsieren in die Tiefe des Körpers hinein,

mit rhythmisierten, wellenartigen Druckimpulsen, angelehnt an unseren Herzschlag bis hin

zu vibrierend schnell.

Und wir brauchen ein tiefes Entspannen und weites Öffnen unseres Genital-Anal-Bereichs und

unseres ganzen Körpers, eine sehr wache, achtsame Empfänglichkeit und Durchlässigkeit vom

Beckenboden bis zum obersten Scheitelpunkt.

Dann können die Energien dieser Berührungen von unseren Genitalien und von überall, wo

wir berühren, tief nach innen in unseren Beckenraum fließen – und nicht nur umgekehrt.

Anstatt mit mehr oder weniger heftig reibenden Stimulationen zu versuchen, möglichst viel

Energie aus unserem Becken in unsere Genitalien zu ziehen, sollten wir uns mehr in einer

Weise berühren, durch die unsere Genitalien und auch alle anderen Körperstellen der

Ausgangspunkt sind, von dem aus unsere Erregung vor allem nach innen, in unser Zentrum in

unserem Becken strömt.

Dort trifft sie auf einen geheimnisvollen Punkt in uns, aus dem unsere ganze Lebensenergie

entspringt und in dem zugleich unser verletzlichster Teil, unser Inneres Baby wohnt – in dem

all das unser Leben lang vorhanden bleibt, was wir am Grundlegendsten so sehr brauchen:

das starke Gefühl, vollkommen geborgen und getragen zu sein, mit allem um uns herum

ganz und gar verbunden zu sein.

Wird dieses Innere Baby in uns berührt, dann brauchen wir es in einer empfänglichen

Haltung nur noch geschehen zu lassen und unsere Erregung wird ganz von selbst aus

unserem Becken und Bauch heraus in uns nach oben steigen, als warme zärtliche Gefühle

durch unser Herz bis in unseren Geist strömen und sich in unseren ganzen Körper ausweiten.

Es wird eine Erregung sein, die anders ist als die, die wir gewöhnlich in unseren Genitalien

sammeln. Sie wird sehr schmelzend und sich weitend sein und unabhängig von Erektionen

sein. Es wird eine sanfte, kribbelnde, strömende, sich ausdehnende, zärtliche Erregung sein,

die sowohl mit als auch vollkommen ohne Erektionen auch sehr stark und wahrhaft ekstatisch

werden kann. Es wird eine Erregung sein, in der sich nicht nur vordergründig unsere sexuelle

Lust ausdrückt, dafür mehr der in ihr verborgene seelische Gehalt, das was sie eigentlich für

uns bedeutet – und die gerade deshalb von überwältigender Intensität sein kann.

Was wir brauchen ist weniger die Fähigkeit, unsere Erregung mit Muskelaktivitäten zu lenken

und zu kontrollieren oder zu möglichst vielen Kontraktionsorgasmen zu kommen. Was wir

brauchen ist, zu einer Art von Erregung zu finden, die erst mal gar nicht in die Richtung von

Entladungen führt, die uns stattdessen aber in orgasmische Zustände bringen kann, die in

großen Wellen wieder und wieder unseren ganzen Körper durchfluten.

Wir brauchen höchste sexuelle Erregung nicht nur für mehr oder weniger kurze Momente.

Wir brauchen sie viel mehr als ein - mal stilles, mal wildes - lang anhaltendes Dauererleben.

Weit abseits von den Kontraktionen, die wir normalerweise als Orgasmen ansehen, können

diese aufsteigenden Wellen voller Erregung und Ekstase uns eine körperliche Zärtlichkeit und

damit eine Liebe und Geborgenheit vermitteln, die auf wunderbare Weise dem entspricht, was

wir so häufig zu Beginn unseres Lebens und auch danach viel zu sehr entbehrt haben.

Darin liegt das Geheimnis unserer menschlichen Sexualität, der „verborgene“ Grund, warum

Sex für uns Menschen eine so außerordentliche Bedeutung hat.

Es sind solche Wellenorgasmen, die uns zu unseren essenziellsten Gefühlen bringen.

Sie können sehr schmerzlich sein und doch zugleich in diesem Schmerz auch sehr tröstlich

sein. Denn alles, was wir tief fühlen und für uns wirklich wahr ist, wird sich uns nicht nur als

Mangel zeigen, sondern ebenso als Fülle – und sich in diesem Moment in uns selbst erfüllen.

So können alle unsere sexuellen Gefühle zu dem werden, was sie wirklich sind – können wir

sie als die Liebe fühlen, die sie eigentlich sind.

In diesem Seminar werden wir mit vielfältigen Körperübungen und Suggestionen unsere

Wahrnehmung und Empfänglichkeit vertiefen und im praktischen Tun die Berührungs-

qualitäten erforschen, mit denen wir unsere sexuellen Energien nach innen lenken und in

unserem Körper nach oben steigen lassen können. Wir gehen in jedem Moment mit dem,

worauf wir uns einlassen möchten, und geben Raum für das, was wir miteinander teilen

möchten.

Alle Übungen können nach Wahl angekleidet oder auf der Haut praktiziert werden.

Empfehlenswert ist bequeme, möglichst eng anliegende und dadurch faltenfreie Kleidung

aus dünnem Stoff, wie z.B. Leggins und T-Shirts.

Das nächste Seminar für Paare und sich paarweise anmeldende Einzelpersonen findet am

Samstag den 28. November 2020 von 10:00 - 19:00 Uhr in Freiburg statt.

Die Kursgebühr beträgt 140,- Euro pro Paar

(100,- Euro pro Paar für Frühbucher bis 11. November).

Weitere Ermäßigungen sind möglich.

Die Kontaktdaten für eine Anmeldung findest Du hier.

Weitere Informationen zu Heilender Sexualität findest Du hier:

OHeilende Zärtlichkeit nach oben