Zärtlichkeit heilt!  

Was heilt - ist Zärtlichkeit. Sie ist der Urgrund unseres Menschseins. Die universale Lebensenergie in uns Menschen. Die Kraft in uns, die alles zu heilen vermag.
© Eduard Erhart
OHeilende Zärtlichkeit
Alles an und in uns ist Zärtlichkeit. Wir bestehen aus nichts anderem als aus endloser, grenzenloser Zärtlichkeit. Alles, was wir tun, entspringt aus dieser Zärtlichkeit. Es gibt keinen anderen Grund mit dem wir etwas tun, außer aus unserer Zärtlichkeit heraus. Sie ist der Antrieb unseres Lebens. Sie ist das, was sich stets erfüllen möchte. Was sich in unserem Leben ständig zeigen möchte. Was wir immer und überall verwirklichen möchten. Was wir in allem erleben möchten. Wofür wir auf diese Welt gekommen sind. Was wir schon als Babies in Vollkommenheit mit uns bringen. Sie ist der göttliche Glanz unserer menschlichen Seele. Das, was uns in besonderer Weise auszeichnet. Was wir in unserer tiefsten Tiefe wirklich sind. In unserem innersten Inneren "eigentlich" sind. Was uns zur Krönung der Schöpfung macht. Eigentlich. Sie entspringt nicht in unserem Herzen. Auch nicht in unserem Kopf. Sie kommt aus unserer Mitte. Aus der Tiefe unseres Beckens. Aus einer starken, unendlichen Quelle. Von dort strömt sie in alle Richtungen. Erfüllt unser Herz. Unseren Kopf. Unseren ganzen Körper. Und alles um uns herum. Hüllt unsere ganze Welt in Zärtlichkeit. In Freude, Liebe, Geborgenheit. Lässt uns in uns selbst geborgen sein. Und tief mit anderen verbunden sein. Es sind die zartesten und zugleich stärksten Gefühle, die wir haben. Die gewaltigste Kraft, die wir in uns tragen. Und doch so oft das, was wir am wenigsten leben können. Was so häufig so sehr verschüttet ist. Wozu wir so oft so wenig Zugang haben. Was wir so wenig fühlen möchten. Was wir am wenigsten ertragen können. Weil es so sehr weh tun kann. So extrem stark wie unsere zärtlichen Gefühle sein können. So extrem stark können sie weh tun. So extrem stark versuchen wir oft sie wegzudrücken. Sie in unserem Becken zurückzuhalten. Mit unserem ganzen Körper festzuhalten. Zum Stillstand zu bringen. Zu kontrollieren. Ignorieren. Uns von ihnen abzuschneiden. Und uns damit von unserer Lebensenergie abzuwenden. Statt beständig unsere grenzenlosen zärtlichen Gefühle. Fühlen wir in unserem Becken immer wieder nichts. Dann plötzlich sexuelle Lustgefühle. Mehr und minder starke suchtartige Geilheitsgefühle. Und halten diese Gefühle für einen Trieb. Ein Begehren nach Lust. Dabei sind sie in Wirklichkeit ein Begehren nach - Zärtlichkeit. Nach starker, extremer, intensiver Zärtlichkeit. Das Zentrum unserer Zärtlichkeit In der Tiefe unseres Beckens. Irgendwo hinter unserem Schambein. Sitzt unsere stärkste Kraft. Unsere größte Verletzlichkeit. Die Quelle unserer Lebensenergie. Unsere grenzenlose Zärtlichkeit. Wenn wir unsere Genitalien weit öffnen. Und uns tief in unserem Becken weit öffnen. Und unseren ganzen Körper weit öffnen. Dann berührt jede zärtliche Berührung, egal wo an unserem Körper, diese Kraft. Diese Verletzlichkeit in unserem Zentrum. Dann baut jede zärtliche Berührung sofort eine Verbindung auf. Zu der endlosen Zärtlichkeit in unserem Becken. Und bringt diese zärtlichen Gefühle in uns zum Fließen. Lässt sie in alle Richtungen sich ausbreiten. Unseren ganzen Körper davon erfüllen. Und uns mit allem um uns herum in eine tiefe zärtliche Verbindung kommen. Wir spüren so wenig, wo unsere Lebensenergie herkommt. Wir spüren so wenig, dass sie aus unserer Zärtlichkeit kommt. Und dass diese Zärtlichkeit aus unserem Becken kommt. Wir leben so wenig aus der zärtlichen Kraft unseres Beckens heraus. Wir fühlen so wenig unsere weichen Gefühle. Dafür umso mehr unsere harten Gefühle. Weil wir unser Herz "am falschen Fleck" haben. Es so wenig in unserer Mitte haben. Es so wenig in unserem Becken haben. Unser wahres Herz wohnt in unserem Becken. Nicht in unserer Brust. Dort hat es nur sein zweites Zuhause. Und in unserem Kopf sein drittes. Und in unserem ganzen Körper seine weiteren Zuhause. Sex ist anders Er ist nicht nur das, was wir gewöhnlich für Sex halten. Es gibt da noch eine andere Sexualität in uns. Eine, die wir oft kaum kennen. Eine, wie unsere Sexualität "eigentlicher" ist. Wie sie in ihrer Tiefe wirklich ist. Eine, die sich nicht auf spezielle „sexuelle“ Aktivitäten beschränkt. Die unser ganzes Leben durchdringt. Eine mit sehr feinen, zarten, leisen Gefühlen. Und mit sehr tiefen, starken, heftigen Gefühlen. Mit nicht genitaler Ganzkörpererregung. Mit keinen oder nur wenig Erektionen. Und keinen oder nur wenig Orgasmen. Doch mit höchster Erregung, die nicht mehr aufhören möchte. Mit orgasmischen Zuständen, die nicht zu Ende gehen. Mit tiefster Ekstase. Mit stärksten sexuellen Gefühlen einer etwas anderen Art. Zärtlichen sexuellen Gefühlen. Lustvoll erregter Zärtlichkeit. Zärtlicher Erregung. Das, was wir gewöhnlich für Sex halten. Ist so häufig eine Erregung durch den Reiz des Außergewöhnlichen. Des Seltenen, Nicht-Alltäglichen, Exklusiven. Des So-oft-Gemiedenen. Tabuisierten. Des Verbotenen. Der uns künstlich erregt. Uns auf eine angespannte Weise geil macht. Wirklich tiefgehender Sex braucht die Befreiung von jeglicher Außergewöhnlichkeit. Von jeder Angespanntheit. Braucht die Verankerung in der größten Natürlichkeit. In der größten Selbstverständlichkeit. Damit unsere Erregung ganz allein aus unserem tiefen Innersten heraus entstehen kann. Ganz allein aus den tiefsten Gefühlen in unserem Körper heraus entstehen kann. Aus unserer Zärtlichkeit heraus entstehen kann. Die beständig in unserer Mitte wohnt.  Und nicht aus Vorstellungen und Phantasien in unserem Kopf. Die wir für "grenzüberschreitend" halten. Die wir für besonders unerhört halten. Und dadurch als besonders aufregend empfinden. Nur dann kann unsere Erregung zur wirklich stärksten Erregung werden. Und damit zu der tiefgehendsten Erregung, zu der wir fähig sind. Nur dann kann sie zu einer vollkommen weichen, zärtlichen Erregung werden. Statt zu einer überspannten Erregung. Die weit von wirklich tiefer Erregung und wahrer Ekstase entfernt ist. Statt mit feinsten, zärtlichsten Berührungen und Stimulationen. Gehen wir so oft mit zu fest reibenden und mechanischen Stimulationen in unsere Genitalbereiche. Und glauben, dass Sex so geht. Dass möglichst starke Erektionen das sind, was wir uns wünschen. Was richtigen Sex ausmacht. Doch für wirklich erfüllenden Sex müssen wir unsere Genitalien vor allem sanft und zärtlich berühren. Und auch ohne Erektionen tief erregende Gefühle fühlen können. Höchste Erregung braucht nicht zwingend Erektionen. Im Gegenteil, sie verhindern sie nicht selten eher. Weil sie so leicht dazu führen, unsere Erregung nur nach außen zu richten. Sie nur oberflächlich zu fühlen. Und sie beenden zu wollen. Sie wieder loszuwerden. Statt sie nach innen zu richten. In unser zärtliches Zentrum zu richten. Und sie von hier aus in unserem Körper aufsteigen zu lassen. Höchste Erregung braucht tiefe Empfänglichkeit. Feine Empfindsamkeit, Durchlässigkeit, Beweglichkeit. Dann kann sie wirklich stark werden. Kann über Erektionen und selbst über Orgasmen noch hinausgehen. Und das Tiefste in uns berühren. Unsere stärksten sexuellen Gefühle sind immer stärkste zärtliche Gefühle. Sexuelle Gefühle sind immer zärtliche Gefühle. Zärtliche Gefühle sind immer sexuelle Gefühle. Eigentlich.   Wirklich höchste sexuelle Erregung ist stärkste Zärtlichkeit. Und stärkste Zärtlichkeit ist unsere heilendste Kraft. Deshalb können wir im Sex unsere tiefste Heilung finden. Deshalb können wir im Sex aber auch unsere schlimmsten Erkrankungen und Verwirrungen finden. Wenn wir ihn von uns wegschieben. Ihn nicht haben wollen. Ihn nicht leben. Oder ihn unzärtlich leben. Oberflächlich leben. Wenn wir ihn nicht tiefgehend und wirklich ekstatisch leben. Oder ihn gefühllos, grob oder gar gewalttätig leben. Und die Zärtlichkeit in ihm nicht fühlen. Die feinen zärtlichen sexuellen Gefühle in uns nicht fühlen. Wir leben oft in falschen Vorstellungen über Sex. Und trennen Sex von Zärtlichkeit. Und Zärtlichkeit von Sex. Und glauben, dass es bei Sex um Lust geht. Um Erektionen und Orgasmen geht. Wo es in Wirklichkeit hinter all diesem um Zärtlichkeit geht. Um heftige, tiefe Zärtlichkeitsgefühle. Um zarte, sanfte, weiche, leichte, beruhigende, berührende, belebende, kribbelnde, anregende, lustvolle, erregende, ekstatische Zärtlichkeitsgefühle. Für die wir das, was wir gewöhnlich als Sex ansehen, nur neben vielem anderem gebrauchen können. Für die das der eher weniger wichtige Teil von dem ist, was Sex "eigentlich" für uns ist. Heilende Berührung Berührung heilt. Doch nicht jede Berührung heilt. Es ist die Qualität der Berührung, die heilend wirkt. Die zärtliche Qualität. Je zärtlicher sie ist, desto heilender ist ihre Wirkung. Zärtliche Berührung heilt. Zärtlicher Sex heilt. Berührung mit unseren Händen kann besonders heilend sein. Es kommt darauf an, was unsere Hände machen. Und wie sie es machen. Mit welchem Gefühl und mit welchen Vorstellungsbildern wir mit ihnen etwas machen. Und es kommt darauf an, wie die Berührten die zärtliche Berührung aufnehmen. Wie tief sie die Berührung in sich hinein lassen. Wie tief sie sich von ihr berühren lassen. Mit welchen Vorstellungsbildern sie sie empfangen. Und wie sehr sie sich für alle Gefühle öffnen, die dabei entstehen können. Wie sehr sie sich auch für schmerzhafte Gefühle öffnen. Und sich für die Freude öffnen. Die tief in jedem Schmerz verborgen liegt.
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