© Eduard Erhart 2021
OHeilende Zärtlichkeit Der heilende Schmerz Es gibt kein Leiden – es gibt nur Freude, die weh tut. Das ist für mich die tiefste Wahrheit des Lebens. Freude in ihren vielfältigen Ausdrucksformen, Freude, die froh macht, und Freude, die weh tut, sind die einzigen Gefühle, die wir „eigentlich“ haben, die in Wirklichkeit hinter allen Gefühlen, die wir kennen, stehen, in die sich alle Gefühle, die wir fühlen, verwandeln lassen. „Freudige Freude“ und „freudiger Schmerz“ sind die einzigen unserer Gefühle, die wirklich unverzerrt und authentisch sind.  Erst wenn wir auch im Innersten unseres Schmerzes unsere tiefste Freude erkennen und fühlen, haben wir die notwendige Voraussetzung dafür geschaffen, dass das Fühlen schmerzhafter Gefühle tatsächlich auch heilend sein kann. In allem, was wir erleben, begegnen wir im Kern nichts anderem als unserer Freude. Wir fühlen sie aber oft erst dann, wenn sich gerade etwas Außergewöhnliches für uns erfüllt. Dabei ist sie genauso auch dann in uns, wenn gerade nur die ganz normalen alltäglichen Dinge geschehen. Vor allem aber ist sie selbst und sogar besonders stark dann in uns, wenn sich gerade unsere Wünsche nicht erfüllen. Die Freude an dem, wodurch für uns das Leben wertvoll wird, lebt immer in uns, unabhängig davon, was gerade im Außen geschieht. Wir müssen „nur“ unsere Wahrnehmung auf sie richten. Sie steckt in allen unseren Regungen, sie spiegelt sich in allen unseren Reaktionen wider, denn mit allen bewerten wir in irgendeiner Weise das, was wir erleben. Egal wie unsere Bewertungen ausfallen, die Bezugsgröße dahinter ist immer das, was unserer innersten, wahrsten Freude entspricht. Es sind unsere tiefsten Wünsche, die uns in allem lenken, es sind die Wünsche, die wir wirklich „sind“.  Mit ihnen in Kontakt zu kommen, ist allerdings nicht immer einfach, weil wir so oft von einer Angst vor schmerzhaften Gefühlen geleitet sind und deshalb so viele andere, weniger schmerzintensive Wünsche über unsere eigentlichen Wünsche legen. Dann können die Wünsche, die wir wahrnehmen, nur oberflächlich oder verfälscht und sogar bis in ihr Gegenteil verkehrt sein. Dann glauben wir an Wünsche, die uns nur indirekt das zeigen, was wir uns in Wahrheit wirklich wünschen.  Wir können mit unserem Schmerz im Widerstand gegen das sein, was uns begegnet – wir können mit unserem Schmerz aber auch mit dem sein, was wir uns stattdessen so sehr von Herzen wünschen. So lange wir im Widerstand sind, droht das Fühlen des Schmerzes uns nach unten zu ziehen, die Kraft zu rauben, uns hart und eng werden zu lassen und unglücklich zu machen. Denn unser Widerstand bringt uns in eine Opferrolle, die uns scheinbar machtlos sein lässt, woraus wir uns wiederum nur mit Anklagen und Gegenangriffen ein wenig zu befreien wissen. Sind wir hingegen mit der Freude in unseren Herzenswünschen verbunden, kann sich unser Schmerz ganz anders anfühlen – kann er etwas Weiches, Schmelzendes, Kribbelndes, Strömendes, sanft Durchdringendes, etwas zutiefst Selbstverbindendes, Erfüllendes und enorm Kraft-Freisetzendes bekommen.  Wir müssen aber unsere Widerstände – wie auch alles andere im Leben – nicht „loslassen“, sein lassen, wegmachen, ausschließen oder verbannen und stattdessen etwas anderes machen, sondern vielmehr die wertvolle Energie, die in ihnen liegt, nutzen, sie fühlen und verwandeln. Denn in jedem Widerstand, in jedem Nein, das wir haben, steckt ein Ja, ein Ja zu etwas Anderem, zu einem Gegenstück. Die Energie unseres Neins ist zugleich auch die Energie unseres Jas. Wir fürchten jedoch dieses Ja oft mehr als unser Nein, denn der Schmerz im Ja kann stärker, tiefergehender – herzverbundender – sein, als der Schmerz im Nein.  Gehen wir fühlend und forschend von unseren Widerständen, von dem, was wir nicht möchten, zu dem, was wir möchten, und von hier aus weiter zu dem, was wir wirklich möchten, und verweilen wir dann ausgiebig fühlend bei der Schönheit der Herzenswünsche, die wir auf diese Weise finden – ohne uns durch Anklagen wieder von ihnen zu entfernen (oder indem wir sie auch von unseren Anklagen ausgehend wieder sehen und fühlen) – kann unser Schmerz uns so stark mit der Freude in unseren Wünschen verbinden, dass er scheinbar unerträglich weh tun kann. Doch es fühlt sich nur so an. In Wahrheit können wir unsere mit unserer Freude erfüllten Herzensschmerzen sehr gut tragen, werden sie uns niemals in einer zerstörerischen Weise, sondern nur in einer uns innerlich aufbauenden Weise überwältigen – vor allem dann, wenn wir realisieren, dass sich unsere Wünsche nicht erfüllen müssen – dass sie sich allein durch das reine, anklagefreie Fühlen bereits ein Stück weit in uns erfüllen.  Der Sinn unserer Schmerzen ist nicht nur der, uns zu einem bestimmten Handeln zu bewegen oder uns vor etwas zu schützen, sondern vor allem uns ganz stark mit uns selbst, mit unserer innersten Wahrheit zu verbinden. Dafür sind sie da – und mit dieser vollkommenen Selbstverbundenheit erfüllt sich bereits das, was für uns das Essentiellste ist, was tatsächlich unser wichtigstes Bedürfnis ist, was wir am aller Grundlegendsten brauchen, was uns am nachhaltigsten glücklich macht. Von angespannten, harten, abwehrenden Schmerzen müssen sie sich dafür zu schmelzenden, strömenden, empfangenden Schmerzen wandeln, müssen sich auf das beziehen, was uns Freude macht, was wir so gerne möchten, und nicht auf das, was wir ablehnen, nicht möchten. Es sind die „Freudenschmerzen“, die Schmerzen der Fülle, die wir allen voran am meisten meiden – und die doch zugleich das Stärkste sind, was wir zur Heilung haben. Solche Schnmerzen sind nicht ein bloßes Symtom dafür, dass etwas aus dem Gleichgewicht ist, dass etwas nicht verwirklicht ist, sie sind die Verwirklichung,  der Heilungsvorgang selbst.  Heilung ohne durch unsere Schmerzen zu gehen, ist zwar ein Wunsch, den so viele Menschen haben, und dem deshalb auch viele therapeutische Ansätze nachzukommen versprechen, der aber aus meiner Sicht und aufgrund meiner Erfahrungen nicht menschengerecht ist und sich deshalb niemals erfüllen wird. Doch nur als „freudige Schmerzen“ können wir unsere Schmerzen so anhaltend und in all der Heftigkeit und in ihrer wirklichen Tiefe fühlen, wie wir es für unsere Ganzwerdung brauchen. Es kann niemals darum gehen zu lernen, „negative“ schmerzhafte Gefühle auszuhalten, um sie dadurch irgendwie „abzuarbeiten“. Sie können für uns nur ein Durchgang sein, der uns dorthin führt, wo in uns ein Schmelzen beginnt. In Wahrheit wünschen wir uns nicht wirklich Schmerzlosigkeit, sondern einen Schmerz, der sich nicht nach Anspannen, sondern nach wahrem Sehnen, nach unserem wahren Selbst und dadurch „gut“ anfühlt und uns so in unsere volle Kraft zu bringen vermag. In einen solchen heilenden Schmerz können wir uns vollkommen fallen lassen und uns in ihm sicher fühlen, denn er kann uns niemals in eine Retraumatisierung bringen. Denn als traumatisierend erleben wir Ereignisse nur dann, wenn wir uns in einer ohnmächtigen, abwehrenden Haltung befinden, und niemals dann, wenn wir mit voller Intensität und innerlich krafrtvoll mit unseren innigsten Wünschen verbunden sind.  Es gibt keinen schmerzfreien Weg zur Gesundheit. Dies gilt für den seelischen wie auch für den körperlichen Schmerz. Denn Seele und Körper sind auf engste miteinander verwoben, beides ist eins. So macht es auch für das Heilwerden keinen grundsätzlichen Unterschied, von welcher Seite her die Verletzung oder Störung kommt.   Schmerzen, Spannungen und krankhafte Symtome aller Art entstehen in den Momenten, in denen sich unsere Lebensenergie als weiche, strömende, zärtliche Gefühle überaus dringend durch unseren ganzen Körper bewegen und ausdrücken möchte und daran gehindert wird. Begegnen wir unseren Symptomen mit der Vorstellung, dass sie nichts anderes als unsere wundervolle kribbelnde Lebensenergie sind, die unsere wahrsten Gefühle in sich trägt, die sich auf genau das beziehen, was für uns die Schönheit des Lebens ist, kann allein schon dieses innere Bild und die Vorstellung eines Weich- und Weitwerdens und Dahinschmelzens uns dahin führen, die erstarrte Energie wieder ins Fließen und in ihre Kraft zu bringen. Wenn wir dann noch gezielt nach dem suchen, was wir uns jetzt gerade aus tiefstem Herzen sehnlich wünschen, kann sich die durch unseren Körper strömende Energie damit verbinden und so in uns das „wahrwerden“ lassen, was wir wirklich sind.  Mit Worten wie „es ist so schön, …“ können wir Sätze beginnen, die uns sehr direkt zu unserer Freude und damit zu unseren wahren Wünschen bringen. Mit ihnen können wir sehr effektiv freudvolle Vorstellungsbilder in uns erzeugen, die wir anhand der Intensität der Freude, die wir dabei fühlen, auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen können.  Die Wünsche, die wir finden, können allgemein und grundsätzlich sein, aber sie dürfen gerne auch konkret und vor allem auf jemanden bezogen sein. Wir brauchen das Verbundensein mit den Menschen, die uns umgeben, das Bezogensein auf die, die in unserem Leben gerade wirklich da sind, denen wir tatsächlich und alltäglich begegnen. Wir brauchen es, dass wir Wünsche haben – und dass wir sie an diese Menschen richten – auch wenn sie uns noch so „unrealistisch“ und zu weitreichend erscheinen. Was wir allerdings nicht brauchen ist, dass die anderen sie uns unbedingt erfüllen! Denn sie sind in erster Linie unsere Lebenskraft, unsere Lebensfreude, die uns gehört, die uns ausmacht, so verrückt und wunschtraummäßig sie auch sein mögen. Wir ahnen so häufig nicht mal annähernd, was wir uns in Wahrheit alles wünschen, wonach wir uns tatsächlich sehnen, welche Nähe zu anderen wir wirklich brauchen. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, mit Wünschen nach Nähe und zahllosen anderen Wünschen eher sparsam umzugehen, sie an die äußere „Realität“, wie wir sie wahrnehmen, anzupassen, dass wir das, was das Wahrste in uns ist, gar nicht mehr bemerken.  Doch wir können uns auf die Suche begeben und die ganze Schönheit unserer unzensierten Wünsche wieder finden, und dafür unsere Fähigkeit, unsere Gedanken mit unseren Gefühlen zu verbinden, nutzen. Wir können Sätze nach den folgenden Mustern formulieren und, wenn sie stimmig sind, die Freude in uns fühlen.  „Es ist so schön, … zu …“ „Es ist so schön (zu …), dass … „ Ist jemand zum Beispiel auf mich wütend oder mir gegenüber schlecht gelaunt ist, könnte sich das so anhören: „Es ist so schön, von XY freundlich begrüßt / liebevoll behandelt zu werden“  Oder: „Es ist so schön, von XY seine/ihre Wünsche, die er/sie an mich hat, in einer vorwurffreien Weise zu hören.“  Oder: „Es ist so schön (zu sehen), dass XY sich ‚eigentlich‘ gerne über mich freuen möchte.“  Möchte jemand gerade mehr Abstand zu mir haben, als mir lieb ist, könnte sich das so anhören:  „Es ist so schön, heute einen wundervollen Tag mit diesem Menschen zu verbringen.“  Oder: „Es ist so schön, eine intensive Nähe zu diesem Menschen zu spüren.“ Erlebe ich mich gerade als völlig schlapp und kraftlos, könnte sich das wiederum so anhören: „Es ist so schön, in meinem ganzen Körper voller Kraft und kribbelnder Energie zu sein.“  Sehr wichtig ist es dabei, den Wunsch immer wie eine „Tatsache“ auszusprechen, die bereits eingetreten ist, die Sätze also so zu formulieren, dass das, was wir uns wünschen, bereits vorhanden ist. Auf keinen Fall darf es für uns nur wie ein „Wunschdenken“ sein, das eben leider gerade nicht oder womöglich nie Realität wird. Dafür ist es hilfreich, keine Worte wie „wenn, wäre, würde, könnte, sollte, hätte“ u.ä. zu verwenden, die die Erfüllung von dem, was wir uns wünschen, auch nur ein wenig in Frage stellen.  Und doch spielt es zugleich keine Rolle, ob wir das, was wir uns wünschen, tatsächlich je erreichen werden oder erreichen können, wie „realistisch“ also unsere Wünsche sind. Wir müssen uns nichts vormachen und nicht an etwas glauben, woran wir nicht wirklich glauben können. Entscheidend ist allein, dass die Wünsche für uns selbst wirklich stimmig sind, dass sie möglichst stark unserer innersten Wahrheit entsprechen, dass sie unsere wirklich wahrsten Wünsche und damit unsere tiefste Freude sind. Und die orientiert sich nicht an dem, wie unsere gesellschaftlichen oder persönlichen Gegebenheiten gerade sind. Sie hält sich einzig und allein an das, was unserem Menschsein in seiner tiefsten Wahrheit tatsächlich entspricht. Und hier können unsere Wünsche sehr groß, gigantisch, riesig, weitreichend, wie unendlich und scheinbar nie zu erfüllen sein. Was wir uns wirklich wünschen, sind nicht nur die kleineren und größeren Dinge, die alltäglich sind und in unserem gegewärtigen Leben tatsächlich geschehen, sondern ebenso die ganz großen, grenzenlosen, die weit über all das hinausgehen, was wir für möglich halten, die sich nicht an kulturelle, religiöse oder sonstige Beschränkungen halten. Wir wünschen uns nicht nur ein bisschen Liebe, ein bisschen Frieden, wir wünschen uns sehr viel Liebe und unendlichen Frieden. Wir wünschen uns alles so umfassend, wie es nur sein kann. Wir müssen nur sehr ehrlich zu uns sein.  Dafür ist es jedoch so unabdingbar zu verstehen, dass unsere Wünsche in erster Linie dafür da sind, in uns zu leben, ihre Energie zu spüren, uns von ihnen erfüllen zu lassen und allein schon durch ihr Vorhandensein uns lebendig und kraftvoll zu fühlen. Sie sind der elementare Ausdruck unserer Lebensenergie und haben ein Ziel, aber nicht nur um es, egal was ist, möglichst vollständig zu erreichen, sondern um uns in ein ewiges Strömen, in ein endloses Fließen zu bringen.  So brauchen wir nicht darauf zu warten, bis wir das ganz Große, ganz Besondere verwirklicht haben, sondern können bereits in jedem einzelnen Moment jede einzelne Kleinigkeit, die auch nur ein wenig in die Richtung unserer Wünsche geht, dankbar annehmen und uns von ihr bereichern lassen.  Mit der Zusatzfrage, „was wäre für mich noch schöner als das, was ich (bis jetzt) gefunden habe?“, können wir in weiteren Schritten überprüfen, ob es noch echtere Wünsche, eine noch wahrere Freude hinter unseren Wünschen gibt, ob wir noch ein wenig tiefer gehen können.   Wenn ich zum Beispiel die Freude in mir gefunden habe, „es ist so schön, mich stark und ausgeglichen zu fühlen, weil ich meinen suchtartigen Impulsen widerstehen kann“, kann ich mit dieser Frage vielleicht etwas noch Freudigeres finden: „Es ist so schön, mich stark und ausgeglichen zu fühlen, weil ich mein süchtiges Verlangen weich werden lassen kann und die Wünsche, die dahinter stehen, in einer erfüllenden Weise fühlen kann.“ Das Widerstehen-Können kann sich so als ein weniger wahrer Wunsch erweisen als das Erfüllung-Finden.  Eine weitere, ebenfalls sehr gute Frage, mit der wir eine sehr wichtige Stufe tiefer kommen können, ist:  „Was erfüllt sich dadurch für mich?“ („Was erfüllt sich für mich, wenn sich das, was ich mir wünsche, erfüllt?“)  Habe ich zum Beispiel den Wunsch in mir gefunden, „es ist so schön zu erleben, dass Menschen jeden Schmerz, der in ihnen aufkommt, gerne annehmen und als etwas Heilbringendes schätzen und nutzen“, kann ich mit dieser Frage etwas noch Wahreres dahinter finden:  „Es erfüllt sich dadurch für mich – dass ich mich den Menschen ganz nah und sehr verbunden fühle.“ Meine noch wahrere Freude lautet also: „Es ist so schön, mich Menschen in ihrem Kontakt mit ihren schmerzhaften Gefühlen ganz nah und tief verbunden zu fühlen.“  Merke ich auf diese Weise, dass es mir eigentlich um die Nähe zu meinen Mitmenschen geht, kann ich durch das intensive Fühlen dieser Nähe sie bereits ein Stück weit in mir wahr werden lassen.  An diesem Punkt kann sich ein großer Frieden in uns einstellen, denn wir kommen von Dingen, die wir uns von anderen wünschen, zu solchen, die wir auch selbst tun können. Gerade „Nähe“ ist das, worum es im Letzten so häufig geht, was wir als eines unserer grundlegendsten Bedürfnisse in uns tragen. Und gerade „Nähe“ können wir selbst herstellen, können wir durch unser Sehnen und Bezogensein auf andere in uns entstehen lassen, ist nicht etwas, das nur davon abhängig ist, was wir im Außen tatsächlich erleben.  Und wir können auch ahnen und daran glauben, dass das, was wir uns selbst im Tiefsten von anderen wünschen, in einer ähnlichen Weise bestimmt auch das ist, was diese sich im Tiefsten von uns wünschen. Wenn sie gerade nicht die Nähe zu uns haben möchten oder können, wie wir sie gerne hätten, kann dies an allen möglichen Gründen liegen, am wenigsten aber daran, dass sie im Grunde ihres Herzens nicht ebenfalls diese Nähe gerne haben würden. Es ist das wertvollste Geschenk, das uns diese Art von Selbstverbundenheit, von Verbundenheit mit unseren Wünschen zu geben vermag: Alle Wünsche, die (auch) an uns selbst gerichtet sind, erfüllen sich – wenn sie für uns wahr sind und wir sie intensiv und ohne Selbstanschuldigungen fühlen – sehr leicht und sehr vollkommen in uns selbst. Und: Jeden unserer essentiellen Wünsche können wir immer auch an uns selbst richten. Auch wenn andere nicht die Nähe eingehen, nicht die Kommunikation mit uns haben, die wir gerne mit ihnen hätten, können wir sie in uns und von uns aus mit ihnen haben. Auch wenn andere nicht die Rücksicht auf uns nehmen, nicht die Wertschätzung uns geben, die wir gerne von ihnen hätten, können wir sie in uns erleben, sie uns selbst geben – und sie so zumindest zu einer inneren und damit auch eher zu einer äußeren Wirklichkeit werden lassen. nach oben